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Geschichte des Finanzamtes Eberswalde

FA Eberswalde Außenansicht Nord

Finanzamt Eberswalde 1990 gegründet

Der Ministerrat der DDR fasste am 2. Mai 1990 im Rahmen der Vorbereitung der zum 01. Juli 1990 in Kraft tretenden Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der DDR und der BRD einen Beschluss, wonach auch in der DDR zum 1. Juli 1990 funktionsfähige Finanzämter nach bundesdeutschem Vorbild einzurichten waren. Die vorgesehene Anzahl der zu gründenden Finanzämter sah u. a. auch die Bildung eines Finanzamtes mit Sitz in Eberswalde, zuständig für die Kreise Bad Freienwalde, Bernau und Eberswalde, vor. Im Zuge der Umsetzung dieses Beschlusses nahm Ende Mai 1990 ein Aufbaustab seine Tätigkeit zur Gestaltung der Arbeitsfähigkeit des Finanzamtes Eberswalde auf. Als vordringliche Aufgabe stellte sich dabei die Schaffung der personellen und materiellen Voraussetzungen zur Übernahme des Umsatzsteuerrechts der Bundesrepublik Deutschland ab dem 1. Juli 1990 und des Steuerrechts für alle weiteren Steuerarten zum 1. Januar 1991.

Ehemalige Gebäude des Finanzamts Eberswalde

Das Gebäude des Finanzamts Eberswalde bis 2004

Aufbauhilfe aus Aachen

Das Finanzamt Eberswalde verfügte am 1. Juli 1990 bereits über einen Personalbestand von 91 Beschäftigten. 68 Beschäftigte (75 %) kamen aus den Abteilungen Finanzen/Preise der Räte der Kreise und wurden durch Überleitungsverträge übernommen. Für die Unterbringung standen vorerst Diensträume bei den Räten der Kreise an den drei Standorten in Eberswalde, Bad Freienwalde und Bernau zur Verfügung. Seinen Sitz hatte das Finanzamt Eberswalde in der Carl-von-Ossietzky-Straße 11. Zur notwendigen Aufbauhilfe wurde aus dem zuständigen Betreuungsland Nordrhein-Westfalen das Finanzamt Aachen-Außenstadt als "Patenamt" zugeordnet.
Im September 1990 wurden das bis 2004 genutzte Dienstgebäude sowie weitere 364 Quadratmeter  Büroraumfläche in der damaligen Leninstraße 106a (Verwaltungsbaracke) angemietet. Die Räume der ehemaligen Wohnunterkunft des Schlacht- und Verarbeitungskombinats Eberswalde / Britz wurden zu Büroräumen umfunktioniert. Das Gebäude wies jedoch nicht die Standards auf, denen heutige Verwaltungsgebäude entsprechen müssen. Insbesondere war keine hinreichende Wärmedämmung gegeben, auch war ein barrierefreier Zugang zum Erdgeschoss und zu den 4 Obergeschossen des fahrstuhllosen Hauptgebäudes nicht möglich. Umbauten in großem Stil wären - auch wegen der Asbestbelastung des Bauwerks - nur mit großem Aufwand möglich gewesen.
Trotzdem bedeutete die Anmietung für die Unterbringung des Finanzamts damals einen großen Fortschritt.

Mit der Übernahme der Fach- und Dienstaufsicht durch den Aufbaustab der Oberfinanzdirektion Cottbus im Oktober 1990 begann eine qualitativ neue Aufbauphase für das Finanzamt Eberswalde. Kennzeichnend für diese Periode waren insbesondere die Verbesserung der Unterbringungsbedingungen und Ausstattung mit Sachmitteln, die aufgabenbezogene Personalausstattung der Stellen und die aufgrund der Ausgangslage erforderliche Qualifizierung der Bediensteten zur Übernahme des bundesdeutschen Steuerrechts. Im März 1991 wurden die Außenstellen in Bernau und Bad Freienwalde und im Juni die letzte Nebenstelle in Eberswalde aufgelöst. Ab 22. August 1991 war das Land Brandenburg Eigentümer des Dienstgebäudes in der Eberswalder Straße 107.

Die ersten Finanz- und Steueranwärter/-innen begannen im August 1991 ihre Ausbildung. Zur gleichen Zeit wurde das Amt EDV-technisch aufgerüstet. Im Dezember 1991 nahm die steuerliche Betriebsprüfung ihre Arbeit auf. Die Veranlagung der Arbeitnehmer begann am 1. April 1992. Ab 1993 wurden die DDR-üblichen Kfz-Steuermarken durch das Bescheidverfahren abgelöst.

Mit der landesweiten Kreistagswahl am 5. Dezember 1993 vollzog sich im Land Brandenburg zugleich eine Kreisneugliederung, in deren Folge der Landkreis Barnim aus den Altkreisen Bernau und Eberswalde entstand. Im Ergebnis dessen gab das Finanzamt Eberswalde die Zuständigkeit für den Altkreis Bad Freienwalde an das Finanzamt Strausberg ab.

In den folgenden Jahren konsolidierte sich der Personalkörper des Finanzamtes kontinuierlich durch eine verstärkte Steuerbeamtenausbildung und durch eine intensive Anpassungsfortbildung des vorhandenen Personals. Das Finanzamt erreichte in dieser Zeit schrittweise den Standard der Finanzämter der alten Bundesländer.

Das Finanzamt Eberswalde heute

Einzelne, punktuelle Sanierungsbemühungen konnten den Verfall des Dienstgebäudes in der Eberswalder Straße nicht aufhalten, so dass der Umzug des Finanzamtes in das aus einem vormaligen Kasernenkomplex entstehende Landesbehördenzentrum in der Tramper Chaussee beschlossen und nach vielen Jahren im November 2004 vollzogen wurde. Hier ergaben sich erstmals auch räumliche Möglichkeiten einer service- und nutzerorientierten Publikumsarbeit des Finanzamtes.

Heute steht vor dem Finanzamt Eberswalde die Aufgabe, die ständig steigenden Anforderungen mit immer geringerem Aufwand an Arbeitszeit und Sachmitteln zu erfüllen. Dazu werden die Instrumentarien der Verwaltungsmodernisierung zunehmend genutzt und ständig weiter entwickelt. Solche sind z. B. neue Modelle der Ablauforganisation, Risikomanagement, Controlling und Kontraktmanagement. 

Finanzamt Eberswalde

Das Finanzamt Eberswalde heute